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Above the fold

above the fold
Unter „Above the fold” versteht man im Online Marketing und im Webdesign den Bereich einer Seite, der für den Besucher auf den ersten Blick sichtbar ist, ohne dass er scrollen muss.

Above the fold und Below the fold

Der Begriff Above the fold stammt aus dem Druck und bezeichnet den Teil einer Zeitung, der über der Falz, also dem horizontalen Knick einer Zeitung liegt. Was dort steht, fällt den Kunden zuerst ins Auge und ist verkaufsentscheidend. Dieses Prinzip wurde auf Internetnutzer übertragen.

Man unterscheidet bei einer Website die Bereiche „Above the fold“ und „Below the fold“. Während der Above-the-fold-Bereich als Erstes sichtbar ist, wenn ein Besucher auf eine Webseite kommt, muss er zunächst scrollen, um in den Below-the-fold-Bereich zu gelangen. Diese beiden Bereiche sind wichtig für das Webdesign und die Kommunikation. Experten nehmen an, dass der Above-the-fold-Bereich der wichtigere ist, weil dieser mehr Nutzer erreicht. Schließlich scrollt nicht jeder weiter, bevor er eine Seite verlässt. Daher raten sie, wichtigen Content möglichst weit oben zu platzieren.

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob und wie viel Nutzer scrollen. Zudem verändert sich ihr Surfverhalten im Laufe der Zeit. Sie erlernen neue Fähigkeiten oder nutzen neue technische Geräte – in den letzten Jahren beispielsweise mehr Smartphones und Tablets als Desktop-PCs. Was genau Above the fold platziert werden sollte, hängt stark vom Inhalt der Seite ab. Je nachdem, ob es sich dabei um eine Landingpage, einen Blog oder einen Online-Shop handelt, können das ganz unterschiedliche Inhalte sein. Im Laufe der Zeit hat die Bedeutung von Above the fold abgenommen. Heutzutage sieht man immer öfter One-Pager, bei denen Nutzer Informationen sukzessive erhalten, indem sie weiter herunterscrollen.

Nutzer auf Inhalte hinweisen

Die Internetnutzer von heute haben sich daran gewöhnt, auf Webseiten zu scrollen. Dennoch sind Experten der Meinung, dass die Sichtbarkeit des Contents nach unten hin kontinuierlich abnimmt. Um Nutzer auf alle Inhalte einer Seite hinzuweisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

• Den Nutzer gleich zu Beginn fesseln: Weckt der Inhalt zu Beginn einer Webseite gleich das Interesse des Nutzers oder macht er ihn neugierig, stehen die Chancen gut, dass er weiterscrollt. Der obere Bereich sollte möglichst interessant und relevant sein, damit der Nutzer bleibt.
• Inhaltsverzeichnis: Ein Inhaltsverzeichnis im oberen Bereich der Seite gibt Auskunft darüber, was der Leser weiter unten findet. Durch Anchor Buttons kann der Nutzer sofort zum gewünschten Inhalt gelangen.
• Teaser oder Pfeile: Ein Teaser verrät dem Leser, was ihn im nächsten Absatz oder weiter unten auf der Seite erwartet. Pfeile, die nach unten zeigen, lenken seine Aufmerksamkeit in die gewünschte Richtung.
• Paginierung: Durch die Paginierung werden die Inhalte auf verschiedene Seiten aufgeteilt. Ein gut platziertes Inhaltsverzeichnis mit Verlinkungen sorgt dafür, dass der Nutzer weitere Teile der Seite wahrnimmt. Gerade längere Artikel erstrecken sich häufiger über mehrere Seiten. Der Vorteil: Es gibt mehr Platz, um Werbung zu platzieren. Der Nachteil: Das Risiko, dass der Nutzer abspringt, bezeichnet durch die Absprungrate (Bounce Rate), steigt mit jeder zusätzlichen Seite.
• Inhalte ragen über den Bildrand hinaus: Überlappende Inhalte sind ein Signal für den Leser, dass es da noch mehr gibt. Am besten sind die überlappenden Inhalte auch noch besonders spannend, sodass der Leser wissen möchte, was da steht und weiterscrollt. Manche Seiten nutzen mehrere versetzt angeordnete Spalten, die den Leser zum Scrollen ermutigen.

Wie ermittelt man den Above-the-fold-Bereich?

In der Regel ist es die Aufgabe des Webdesigners, eine Seite zu unterteilen und den sichtbaren Bereich zu definieren. Dieser variiert von Endgerät zu Endgerät. Darüber hinaus können gestalterische Elemente helfen, den Blick des Nutzers auf ein bestimmtes Element zu lenken. Farben, Formen oder bewegte Inhalte ziehen die Aufmerksamkeit des Nutzers gezielt auf sich.

Um im Detail herauszufinden, was Nutzern zuerst ins Auge fällt oder was am häufigsten ihre Aufmerksamkeit einfängt, müssen Tests durchgeführt werden. Mit diesen Methoden lässt sich das Nutzerverhalten messen:

• Eyetracking: Diese Methode zeichnet die Augenbewegung der Nutzer auf und lokalisiert, auf welche Teile der Seite der Blick fällt. Daraus lassen sich Rückschlüsse darüber ziehen, welche Seiteninhalte Nutzer wie lange und wie oft ansehen. Es handelt sich dabei um ein ziemlich aufwendiges Verfahren, das im Gegensatz zu den anderen Möglichkeiten jedoch die besten Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten zulässt.
• Heatmaps/Clickmaps: Diese Verfahren verfolgen die Bewegungen der Maus auf einer Seite. Zudem lässt sich damit herausfinden, worauf ein Nutzer klickt. Problematisch an dieser Methode ist die Tatsache, dass viele Menschen die Maus unbewusst bewegen, was die Ergebnisse verfälscht. Andererseits kann man damit herausfinden, an welchen Stellen Nutzer klicken, weil sie dort einen Button erwarten, den es aktuell noch nicht gibt.
• Scrollmaps: Mit einer Scrollmap lässt sich herausfinden, wie weit ein Besucher auf einer Webseite nach unten scrollt. Dieses Verfahren misst auch, bei welchen Inhalten ein Nutzer länger verweilt. So lässt sich erkennen, welche Inhalte nach oben verschoben werden sollten und was optimiert werden sollte.

Die verschiedenen Verfahren bringen jeweils eigene Herausforderungen mit sich, was die Richtigkeit der Dateninterpretation betrifft. Außerdem müssen bei allen Verfahren die geltenden Datenschutzbestimmungen berücksichtigt werden. Mittlerweile gibt es Anbieter auf dem Markt, die sich auf Nutzertracking-Methoden spezialisiert haben und deren Dienste man nutzen kann.

Welcher Inhalt kommt Above the fold und welcher Below the fold?

Jede Website ist einzigartig. Das ergibt sich aus ihrem Content genauso wie aus ihrem Design. Auch die Zielgruppe ist entscheidend für den Aufbau einer Seite – schließlich muss der Köder dem Fisch schmecken. Allgemein gültige Regeln für alle Webseiten abzuleiten, ist schwierig. Es herrscht immer noch die Annahme vor, dass wichtiger Content möglichst weit oben platziert werden sollte. Je nach Zielgruppe funktionieren aber auch One-Pager oder lange Webseiten sehr gut. Wohin genau etwas gehört ist von Seite zu Seite verschieden.

Da es keine Standardlösung gibt, liegt die Verantwortung für den optimalen Aufbau einer Seite beim Unternehmen selbst. Durch Probieren, Testen, Messen und Analysieren lässt sich mit der Zeit herausfinden, was im jeweiligen Fall am besten funktioniert. Eine Seite sollte kontinuierlich optimiert werden. So wird gewährleistet, dass der Nutzer stets die beste Usability vorfindet. Eine optimale „Usability“ und guter Content sorgen für eine gute „Conversion-Rate“. Das ist die Basis für eine erfolgreiche Webseite.

Was am besten Above und was Below the fold platziert werden sollte, ergibt sich aus den Analyseergebnissen, die über die Zeit gesammelt und ausgewertet werden. Die Struktur einer Seite wird fortwährend den Kundenbedürfnissen angepasst. Auch die Inhalte ändern sich in der Regel im Laufe der Zeit.

Wohin kommt der Call to action?

Die Annahme, dass ein Call to action immer Above the fold platziert sein sollte, ist falsch. Wie für den Inhalt, gilt auch für den CTA, dass es keine allgemeingültige Patentlösung für den richtigen Platz gibt. Wo er am besten hinkommt, hängt davon ab, wie überzeugt die Seitenbesucher sind, ob diese das Produkt bereits kennen, ob sie unsicher sind und wie einfach oder komplex die Proposition ist.

Ein überzeugter Besucher hat seine Entscheidung schon getroffen, bevor er die Seite besucht. Er kennt das Produkt, braucht wenig weitere Information und reagiert schnell auf den CTA. Das gilt besonders für bekannte Marken. Ein CTA Above the fold ist in diesem Fall praktisch. Ist der Besucher noch unsicher, bringt aber etwas Vorwissen mit, so funktioniert auch in diesem Fall ein CTA im oberen Seitenbereich gut.

Ist ein Besucher unsicher und benötigt mehr Informationen, kann für ihn ein CTA gleich zu Beginn der Seite zu aufdringlich wirken. Er braucht zunächst mehr Information und Erklärungen zum Produkt. Es gilt also: Der CTA sollte dort platziert werden, wo der typische Seitenbesucher am ehesten dazu überredet werden kann, die gewünschte Aktion durchzuführen.

Wie wichtig ist Above the fold für eine erfolgreiche SEO?

Google ist stets bemüht, seinen Nutzern die besten Ergebnisse für ihre Anfrage zu liefern. Daher wird auch von Google selbst das Above-the-fold-Konzept unterstützt. Besonders wichtig für eine gute Performance bei Google ist, dass die Seite im oberen Bereich nicht zu viel Werbung enthält – am besten gibt es oben gar keine Werbung. Findet sich hier hingegen viel relevanter Content mit den wichtigen Keywords, wird das auch von Google mit einem hohen Ranking belohnt.

Der erste Eindruck ist entscheidend dafür, ob ein Nutzer auf einer Seite bleibt oder ob er zu den Suchergebnissen zurückkehrt. Auch deshalb ist der obere Bereich einer Webseite so wichtig. Ein schönes Design, guter Inhalt und eine hohe Nutzerfreundlichkeit laden zum Verweilen ein. Springen Nutzer hingegen häufig schnell von einer Seite ab, so sendet dieses Verhalten negative Signale an Google aus. Das führt dazu, dass die Seite von Google schließlich herabgestuft wird.

Fazit

Above the fold ist der Bereich einer Website, den der Nutzer sofort sieht, wenn er eine Seite öffnet, ohne herunterscrollen zu müssen. Auch wenn sich das Nutzerverhalten mit der Zeit geändert hat und Nutzer heutzutage mehr scrollen als in den Anfangszeiten des Internets, sind Experten nach wie vor der Meinung, dass wichtige Inhalte oben auf einer Seite platziert sein sollten. Das hält die Nutzer auf einer Seite und ist ein wichtiger Aspekt für den Erfolg einer Seite.

Es lässt sich ein Trend zu One-Pagern feststellen. Dabei werden alle Inhalte auf eine lange Webseite gepackt und die einzelnen Bereiche lassen sich durch Anchor-Links erreichen. Auch hier sollten jedoch die wichtigsten Informationen oben platziert werden. Was genau nach oben auf die Seite gehört, ist sehr spezifisch und hängt von vielen Faktoren ab, wie dem Unternehmen selbst, dem Produkt oder der Zielgruppe. Durch kontinuierliches Analysieren, Messen und Anpassen findet jeder Webseitenbetreiber mit der Zeit seine optimale Lösung.