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Bounce Rate/Absprungrate

Bounce Rate Absprungrate

Die Bounce Rate (Absprungrate) ist eine wichtige Kennzahl für die Suchmaschinenoptimierung. Die Absprungrate gibt als Prozentzahl an, wie viele Besucher einer Seite nach einem einmaligen Aufruf die Domain wieder verlassen, also keine weitere Unterseite aufrufen. Im Allgemeinen wird eine hohe Bounce Rate als negatives Qualitätsmerkmal einer Seite angesehen. Die Absprungrate ist aber nur im Zusammenhang mit anderen Kennzahlen wirklich aussagefähig.

Bounce Rate und Exit Rate

Die Definitionen der Bounce Rate sind nicht immer einheitlich. So gibt es zum Beispiel einen Unterschied zwischen der Bounce Rate und der Exit Rate, obwohl beide Begriffe häufig als Synonyme verwendet werden. Der Unterschied:

  • Die Bounce Rate (Absprungrate) bezeichnet das Verhältnis zwischen der Zahl der Absprünge und der Seitenaufrufe.
  • Die Exit Rate (Ausstiegsrate) bezeichnet das Verhältnis zwischen der Zahl der Endseitenausstiege und der Seitenaufrufe.

Eine hohe Exit Rate gibt letztlich also an, welche Seite die User in den meisten Fällen als letzte aufrufen, bevor sie aussteigen. Aber ein Ausstieg ist nicht automatisch ein Absprung. Entscheidend und aussagekräftiger in Bezug auf SEO ist vielmehr,

  • wie viele User auf eine Seite als Einstiegsseite kommen
  • und dann wieder abspringen, ohne eine weitere Seite der „Domain“ aufgerufen zu haben.

Eine verkürzte Definition der Bounce Rate würde also auch dann hohe Werte liefern, wenn die User auf einer Seite aussteigen, obwohl sie vorher viele andere Einzelseiten der Domain aufgerufen haben. In SEO-Tools wie Google Analytics ist die Bounce Rate deshalb einfacher definiert als die Prozentzahl, der Sitzungen, bei denen die Besucher nur eine einzige Seite der Domain aufrufen und dann wieder aussteigen.

Allerdings muss auch der die Bounce Rate selbst einige Bedingungen aufweisen, um als Absprung zu gelten. Hierfür gibt es Kriterien, die das Verlassen einer Site nach einem von vornherein erwünschten Verhalten ausschließen, beispielsweise:

  • der Download eines Dokuments oder einer Software,
  • eine bestimmte längere Verweildauer,
  • das Aufrufen einer anderen Domain durch einen Link auf der Seite selbst.

Was ist eine gute Bounce Rate?

Weil der Wert eine Bounce Rate niemals isoliert mit anderen Werten beurteilt werden kann, gibt es eigentlich keine guten und schlechten Absprungraten. In vielen Fällen ist nämlich eine Einzelseite auf einer Domain konkret für den Ausstieg konzipiert worden. Und wenn eine Einzelseite alle Informationen über die Suchanfrage enthält und die User dort wieder abspringen, weil die Frage vollständig beantwortet wurde, ist eine hohe Bounce Rate sogar als positiv zu bewerten. Hier kommt dann allerdings die Verweildauer ins Spiel.

Je nach Art der Website ist die Bewertung der Bounce Rate unterschiedlich:

  • Eine Blogseite tendiert zu hohen Bounce Rates. Denn hier kommen die Besucher meist von Social Media Foren. Nach dem Lesen eines Artikels (und einer entsprechend hohen Verweildauer) schließen die User den Tab und kehren zurück. Das ist meist auch beabsichtigt.
  • Die Homepage eines Unternehmens hat idealerweise eine niedrige Bounce Rate. Das zeigt, dass die Besucher sich über die Einzelheiten eines Unternehmens informieren.
  • Aufgrund ihrer Website-Struktur haben „Onepager“ immer eine hohe Absprungrate.

Bei „Landingpages“, die explizit auf einen Lead ausgerichtet ist, sind hohe Bounce Rates jedoch immer negativ. Denn Landingpages verfolgen meist ein konkretes Ziel: zum Beispiel, dass der Besucher auf einen Call-to-Action klickt, der ihn auf eine nächste Seite auf derselben Domain führt. Tut er dies nicht, hat die Landingpage ihren Zweck verfehlt. Hohe Bounce Rates auf Landingpages erfordern deshalb SEO-Maßnahmen.

Wichtig: Bei Landingpages hat die „Conversion Rate“ eine weitaus höhere Aussagekraft als die Bounce Rate.

Was tun gegen eine hohe Bounce Rate?

Wie gesagt: Eine hohe Bounce Rate allein muss noch kein Merkmal für schlechte Qualität sein. Und auch die Mittel zur Verbesserung der Absprungrate sind immer nur im Kontext mit der Art der Einzelseite zu sehen. Ansatzpunkte für die Optimierung einer zu hohen Bounce Rate sind aber:

  1. Suchmaschinenoptimierter Content.
  2. Modernes und userfreundliches Webdesign
  3. Konsequente Offpage Optimierung zur Reduzierung irreführender Backlinks.
  4. Eine hohe Page Speed, also geringe Ladezeiten. Viele User brechen ihren Besuch vorzeitig ab, weil die Seite zu langsam lädt.
  5. Die Erhöhung der Verweildauer auf einer Einzelseite. Dafür ist Unique Content eine unbedingte Voraussetzung.
  6. Vermeidung von Thin Content, also Inhalten ohne Mehrwert für den User
  7. Intelligente und userfreundliche interne Verlinkungen.

Die Bounce Rate ist nur einer von vielen Faktoren, der über die Zufriedenheit der Besucher Auskunft gibt. Eine Website mit einer guten User Experience hat in der Regel niedrige Bounce Rates. Im Zusammenhang mit der Verweildauer lässt sich somit auch in Zahlen ausdrücken, ob der Inhalt und das Format der Seite dem User Intent entspricht.

1. Website-Content optimieren

Im Internet gilt nach wie vor: Content is king. Und wer sich an diesen Grundsatz hält, ist auch vor einer zu hohen Bounce Rate sicher. Der Inhalt einer Website muss dem User gefallen – dann gefällt er auch den Suchmaschinen.

Guter Content ist Keyword-orientiert. Das heißt aber nicht nur, dass die Website-Texte eine bestimmte „Keyworddichte“ aufweisen. Diese rein technischer Herangehensweise ist für einen informativen Text nicht ausreichend. Die Seite sollte möglichst umfassend über ein Thema berichten und genau die Suchintention des Users treffen. Orientierungshilfen für solche holistischen Texte bietet das Verfahren WDF*IDF.

2. Webdesign verbessern

Die User Experience verbessern – dieses Ziel hängt entscheidend vom ersten Eindruck ab. Dieser erste Eindruck wird im Wesentlichen über das Design einer Website vermittelt. Webdesign ist ein wichtiges Element der Onpage Optimierung.

Der Back-Button ist das am häufigsten genutzte Element eines Browsers. Die Entscheidung, auf Zurück zu klicken, fällt innerhalb von Sekunden. Der erste Eindruck wird von emotionalen Motiven bestimmt. Außerdem muss sich der Besucher sofort auf der Seite zurechtfinden können. Ein Besucher bleibt normalerweise länger auf einer Seite, wenn er diese

  • interessant,
  • leicht zu bedienen
  • und seriös ist.

Der Eindruck der Seriosität wird nicht nur über Inhalte, sondern auch über ein modernes Design vermittelt. Eine Website, die nicht im Responsive Design erstellt ist, wirkt auf die meisten Besucher antiquiert – und entspricht zudem nicht den Mindestanforderungen von Google. Die Bedienbarkeit setzt eine intelligente und intuitive Navigation voraus sowie eine stimmige Website Struktur. Der Eindruck, den der User von der Struktur der Website hat, wird ebenfalls maßgeblich vom Design bestimmt.

3. Offpage Optimierung mit Backlinks

Ein konsequentes Backlink Audit verhindert auch hohe Bounce Rates. Denn immer wieder gibt es unerwünschte Links, die sich negativ auf den Erfolg der eigenen Website auswirken. Folgende Fakten können die Bounce Rate aufgrund einer fehlerhaften Backlink-Struktur der eigenen Seite verschlechtern:

  • Der Backlink hat einen für die eigene Site irrelevanten oder irreführenden Ankertext.
  • Die verlinkende Seite passt thematisch nicht zur eigenen Site. Besucher, die auf einen Link klicken, finden wahrscheinlich nicht das, wonach sie suchen.
  • Link-Spam: Die verlinkende Seite dient ausschließlich dem Zweck, Backlinks zu generieren.

In solchen Fällen ist es meist angebracht, den Betreiber der verlinkenden Site zu kontaktieren und um Löschung des Links zu bitten.

4. PageSpeed verbessern

Eine schnelle Seite verhindert Absprünge. Aber was kann man tun, um die Ladegeschwindigkeit von Websites zu verbessern? In der Regel liegt dies an technischen Aspekten, die der Webmaster selbst kontrollieren kann. Das sind zum Beispiel zu große Dateien, die beim Aufruf geladen werden müssen. Hier helfen einfache Maßnahmen wie zum Beispiel die Komprimierung von Bildern und anderen Dateien.

In vielen Fällen sind allerdings auch die Server selbst schwer erreichbar. Dann lohnt sich ein Umzug auf einen zuverlässigen Webhoster, der schnelle Ladezeiten auch bei vielen täglichen Aufrufen garantiert.

5. Verweildauer erhöhen

Unique Content sorgt dafür, dass die User länger auf einer Seite bleiben. Wer nach Antworten auf Fragen oder umfassende Informationen sucht, klickt sofort wieder zurück, wenn er nur das findet, was er auf anderen Seiten bereits gelesen hat. Um die Verweildauer zu erhöhen und damit die Bounce Rate niedrig zu halten, ist Unique Content nötig. Einzigartigkeit, Individualität und Qualität sind die Kennzeichen einzigartiger Inhalte.

Wichtig: Viele SEO-Tools messen die Bounce Rate ohne Berücksichtigung der Verweildauer. Dadurch wird dieser Wert weniger aussagekräftig. Eine hohe Bounce Rate ist nämlich nur dann ein Hinweis auf Qualitätsmängel, wenn gleichzeitig die Verweildauer niedrig ist.

6. Thin Content vermeiden

Thin Content ist das SEO-Schlagwort für Seiten, die selbst keinen oder nur einen minimalen Inhalt bieten. Beim SEO-Audit können hohe Bounce Rates auf einzelne Seiten hinweisen, die selbst leer sind oder lediglich auf andere Seiten durchleiten. Eine konsequente Pflege der gesamten Website-Struktur beugt Thin Content vor und mindert somit die Bounce Rate der gesamten Domain.

7. Intelligente interne Verlinkungen

Eine hohe Bounce Rate kann auch die Folge einer schlechten internen Verlinkung sein. Denn was soll ein User tun, wenn er nicht weiß, wie er an die gewünschten Informationen kommt? In den meisten Fällen klicken die Surfer zurück zu den Suchergebnissen auf Google. Selbst wenn sich unter einer Domain hochwertige Seiten mit erstklassigem Content befinden, muss dem User der Weg dorthin gewiesen werden – möglichst einfach und unkompliziert:

  • Die Links sind als solche sofort erkennbar (zum Beispiel durch die Farbe).
  • Neben einer leicht verständlichen Navigation gibt es auch aus dem Text heraus Verlinkungen.

Fazit

Die Bounce Rate ist eine von vielen Kennzahlen, die Aufschluss über die Qualität einer Site geben und Fehler signalisieren kann. Allerdings ist diese Kennzahl immer im Zusammenhang mit der Branche und der spezifischen Funktion einer Seite auf einer Domain zu sehen. Tendenziell lässt sich sagen, dass hohe Bounce Rates negativ sind. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die Absprungrate zu verbessern.