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Knowledge Graph

Knowledge Graph

Ein Knowledge Graph bezeichnet eine Systematik, anhand welcher Informationen gesucht und miteinander verknüpft werden. Meist impliziert der Begriff Knowledge Graph aber die Implementierung einer derartigen Systematik bei Google. So gibt es den Google Knowledge Graph, der den Nutzern neben den Suchergebnissen zu seiner Anfrage weiterführende Informationen dazu anzeigt. Hier sieht ein Nutzer alles Wichtige auf einen Blick und muss keine weitere Seite besuchen, um eine Antwort auf seine Frage zu finden. Auf Desktops und Tablets findet sich der Knowledge Graph rechts neben den organischen Suchergebnissen. Auf Smartphones spielt er seine Antworten über den Suchergebnissen aus.

Woher stammen die Informationen im Google Knowledge Graph?

Den Knowledge Graph von Google gibt es seit 2012. Im Mai ging er in den USA live und im Dezember 2012 in Deutschland. Durch das Google Update Hummingbird wurden seine Funktionen nochmals erweitert. Der Sinn des Knowledge Graphs ist es, dem Nutzer schnelle Informationen zu seiner Anfrage bereitzustellen und ihm das Klicken durch die einzelnen Suchergebnisse zu ersparen. Er bietet Fakten, Bilder und verwandte Suchanfragen zu Menschen, Orten oder Sachverhalten. Als Grundlage nutzt der Knowledge Graph die Knowledge Base. Das ist eine Datenbank, in der Informationen auf unterschiedlichen Ebenen über Verweise miteinander verknüpft sind. Google nutzt dabei verstärkt die Inhalte von Wikipedia, aber auch Unternehmensseiten und eigene Daten.

Mit dem Knowledge Graph schafft es Google, seinen Nutzern für eine Vielzahl an Themen umfassende Informationen und Hintergründe bereitzustellen. Allerdings liefert der Knowledge Graph nicht zu jedem Thema umfassende Daten. Besonders gut funktioniert er bei Suchanfragen zu bekannten Persönlichkeiten oder Unternehmen. Auch auf einfache Fragen kann er oft gute Antworten geben. Bei allgemeinen Suchbegriffen hilft der Knowledge Graph bis zu einem gewissen Grad weiter. Seine Kompetenzen beschränken sich aber auf einfache, klar definierte Begriffe. In der Infobox können folgende Informationen enthalten sein:

  • Daten zu einer Person, einem Ort oder einem Unternehmen
  • Textausschnitte und Links zu Quellen
  • Bilder mit Links zur Google Bildersuche
  • Aufbereitete strukturierte Daten mit Einzelheiten zu der Suchanfrage
  • Hinweise auf ähnliche Suchanfragen.

Wie funktioniert der Google Knowledge Graph?

Der Knowledge Graph lässt sich auch gezielt für das Online Marketing oder für die SEO einer Webseite nutzen. Dazu muss man allerdings verstehen, wie er aufgebaut ist und wie er funktioniert. Prinzipiell besteht der Knowledge Graph aus drei Teilen: der Antwortbox, dem Knowledge Panel und dem Karussell.

Die Antwortbox

Hat Google eine passende Antwort auf eine konkrete Frage, erscheint die Antwortbox über den SERPs. Fragt man beispielsweise was der Dollar-Euro-Wechselkurs ist, sieht man an erster Stelle, wie viel Euro man aktuell für einen Dollar bekommt. Auch auf komplexere Fragen, etwa auf die Frage „Wie joggt man richtig?“ liefert Google an oberster Stelle eine Anleitung, die ein Klicken auf weitere Seiten überflüssig macht. Fragt man nach komplexeren Themen, etwa nach Details zum deutschen Steuergesetz, kann Google nicht mehr auf den ersten Blick weiterhelfen. Aus SEO- und Marketing-Sicht ist es wichtig, die Grenzen des Knowledge Graphs zu kennen.

Das Knowledge Panel

Der Kern des Knowledge Graphs ist das Panel. Hier gibt es kompakte Informationen zum gesuchten Keyword. Dabei beruft sich Google vorrangig zunächst auf die Informationen aus Wikipedia. Auch das ist im Hinblick auf Online Marketing und SEO wichtig zu wissen. Bei jeder Suchanfrage wertet Google die Eingaben aus, die mit einem Suchbegriff getätigt werden. Darauf basierend bietet Google eine ausgewogene Mischung an Informationen. Dabei will Google dem Nutzer stets einfache und schnelle Antworten auf seine Frage liefern. Die Suchmaschine will jedoch nicht den Traffic von Wikipedia und anderen Webseiten abgreifen.

Das Karussell

Das Karussell erscheint nicht direkt in den Suchergebnissen. Man gelangt über einen Klick auf einen Link unter der Antwortbox oder über „Wird auch oft gesucht“ im Panel zum Karussell. Über den SERPs wird dann eine Bilderreihe zu verwandten Themen sichtbar. Mit dem Karussell bietet Google den Nutzern weiterführende Informationen, falls sie das Gesuchte nicht direkt in der Antwortbox oder im Panel gefunden haben. Klickt man auf ein Bild im Karussell, startet man automatisch eine entsprechende Suche. Dann werden passende Suchergebnisse zum neuen Thema und ein neues Knowledge Panel angezeigt.

Ist der Knowledge Graph hinderlich für die SEO?

Spontan könnte man meinen, dass der Knowledge Graph das Aus für jegliche SEO-Bemühungen ist. Der Nutzer erhält alle Ergebnisse, die er benötigt sofort und muss nicht länger Unternehmensseiten besuchen. Bis zu einem gewissen Punkt stimmt das auch. Es ist unter Marketing-Experten aber umstritten, ob Seiten dadurch wirklich Traffic verlieren. Wer nur wissen will, was Wölfe fressen oder wo Angela Merkel geboren ist, der holt sich diese Angaben und verlässt Google. Andererseits können Unternehmen gezielt beeinflussen, welche Informationen Nutzer im Google Knowledge Graph über sie erhalten.

Google nutzt häufig Wikipedia und Unternehmensseiten, um Informationen für den Knowledge Graph zusammenzutragen. Beide Quellen können Unternehmen direkt beeinflussen. Sie können entscheiden, welche Themen dort wie behandelt werden. Das bedeutet nicht, dass Unternehmen freie Hand haben, sich auf Wikipedia mit den wildesten Fakten zu schmücken – das würde schnell von anderen Nutzern ausgebessert werden. Aber kleinere Anpassungen und gezielte Formulierungen zugunsten des Firmenimages lassen sich gut unterbringen. Auf der eigenen Webseite gilt es für Ordnung zu sorgen. Überzeugt die Seite durch eine gute Struktur, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass Fakten dieser Website in den Knowledge Graph einfließen. Dieser benötigt strukturierte Daten, um gezielte Antworten ausgeben zu können.

Mit dem Knowledge Graph haben Unternehmen die Möglichkeit, mit gutem Content zu punkten. Einfache Anfragen erfolgen mittlerweile nur noch direkt über Google – es lohnt sich nicht, gegen diese Tatsache mit besonderen SEO-Maßnahmen anzukämpfen. Hier kann man Google das Feld überlassen. Stattdessen lohnt sich der Aufwand, hochwertigen Content zu erstellen, der Nutzern weiterführende Informationen und jede Menge Mehrwert bietet. Das ist die Chance für Unternehmen, sich wieder Traffic auf die eigene Seite zu holen.

Fazit

Mit dem Knowledge Graph bietet Google Nutzern die Möglichkeit, auf einfache Fragen schnell eindeutige Antworten zu erhalten. Diese werden den Nutzern an oberster Stelle, vor den Suchergebnissen angezeigt. Die Nutzer erhalten ihre Antwort und verlassen Google, ohne auf andere Webseiten in den SERPs zu klicken. Vorwiegend sucht Google seine Antworten bei Wikipedia, zieht aber auch die Informationen gut strukturierter Unternehmensseiten für die Antworten in Betracht. Einerseits verlieren Unternehmen durch den Knowledge Graph Traffic, da viele Nutzer abspringen, nachdem sie eine schnelle und eindeutige Antwort auf ihr Anliegen erhalten haben. Andererseits haben Unternehmen die Chance, mit gutem Content zu punkten und den Knowledge Graph positiv zu beeinflussen. Dann kann sich dieser sogar als Vorteil für die eigene SEO erweisen.